Von der Kaufhalle zur Kunsthalle   |   Vom HO-Konsum zum HO|Berlin

Zwischen Juli 2013 und Dezember 2015 operierte das HO|Berlin als Kunst- und Ausstellungshalle in Sichtweite des Alexanderplatzes - entstanden durch Umbau einer heutzutage aufgrund fehlender Parkplätze unvermietbaren ex-DDR-Groß-Kaufhalle.

Nach vorangegangener jahrzehntelanger Verunstaltung wurde das Gebäude im Rahmen des Projekts von An- und Aufbauten befreit und es wurde innen wie außen mit einem weißen Farbton überzogen. So treten heute wieder die ursprünglichen Entwurfs-Qualitäten eines leicht wirkenden Pavillion-Baus heraus.

In der ehemaligen Verkaufsfläche wurde auf ca. 1000 qm Grundfläche ein frei bespielbarer Ausstellungsraum angeboten. Kultureller Anker war das weltweit einzigartige Buchstabenmuseum, welches in den ehemaligen Nebenräumen der Kaufhalle Schriftzüge aus dem öffentlichen Raum archivierte und ausstellte.

Entstanden ist hiermit eine Art von Museums-Typologie, die nicht am maximalen Schutzziel für den etablierten Kunstbetrieb ausgerichtet ist, sondern am minimal nötigen Raumabschluß für eine breite Kunst-/Design- und Maker-Szene - das Gebot der Stunde in Analogie zum Thema bezahlbarer Wohnraum für alle.

Die räumliche Flexibilität der leeren Kaufhalle für viele Veranstaltungs-Formate steht im starken Kontrast zu hochspezialisierten, unflexiblen, technisch überfrachteten Museumsbauten. Aufgrund des einfachen, nicht hochwertigen Baustandards ist es auch leicht und kostengünstig möglich, für Installationen Bauteile zu verändern oder zu beschädigen und anschließend einfach zu reparieren.

Das HO|Berlin kann als Gegenthese zu kommunalen Museumsbauten gesehen werden, welche in jahrelangen Prozessen für Millionen gebaut – bestehend aus optimal klimatisierten und gesicherten Räumen - unflexibel und teuer im Unterhalt sind.

Das sehr begrenzte Projektentwicklungs-Budget konnte innerhalb der Betriebszeit wieder eingespielt werden, wobei es keinerlei Zuschüsse von außen gab.

Das HO|Berlin wurde zum Jahresende 2015 geschlossen, da das Grundstück für eine Projektentwicklung freigezogen werden muß. Architekt und Entwickler Dirk Bücker und sein Agentur-Partner Uwe Buhrdorf suchen bereits nach neuen Orten für eine Neu-Auflage.

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